Dribbeltricks und Ihre Umsetzung im Spielbetrieb

Seit etwa acht Monaten trainieren wir mit der Münchner Fussballschule die E1 des Fußballvereins DJK Würmtal.
Der Schwerpunkt liegt in der technischen und koordinativen Ausbildung der Kinder. Nach dem Jahr sollen die Kinder alle 66 Tricks und fußballspezifischen Bewegungen beherrschen. Die Umsetzung der Dribbeltricks im Spiel ist ein sehr harter Weg für einen Trainer. Die Kinder dürfen keinen Ball, auch nicht auf der eigenen Torlinie einfach wegschlagen. Sie müssen versuchen die Situation technisch mit Hilfe der erlernten Dribbeltricks zu lösen. Natürlich ist die Erfolgsquote bei dieser Anweisung deutlich geringer als beim Wegschlagen des Balles. Zusätzlich fangen die Kinder an während des Spieles nachzudenken. Welchen Dribbeltrick muss ich in dieser Situation durchführen? Dies führt anfänglich dazu, dass die Kinder Ihre Entscheidungen nicht zu 100% treffen, sondern nur zu 70 %. Sie zögern. Unweigerlich führt dies zu Ballverlusten und damit auch zu Gegentoren. Die Folge ist, dass die Kinder zunächst weit unter Ihren Möglichkeiten spielen und ihre Spiele auch gegen schwächere Gegner verlieren. Eltern und Kinder fangen an, dass Konzept Ihres Trainers in Frage zu stellen. Es entsteht Unzufriedenheit.
Wichtig ist jedoch gegen jeden Zweifel an seinem Konzept festzuhalten. Den Kinder weiter Motivation und Zuspruch geben. Die Eltern immer wieder die langfristige Entwicklung der Kinder zu erklären.
Die Erfolge sind nach nun 8 Monaten stark zu erkennen. Zu Beginn des Projektes haben wir die Kinder allerdings schwächer gemacht als ihr damaliges Leistungsniveau.
Nach und nach haben sich nun die Dribbeltricks verfestigt, die Jungs werden immer sicherer am Ball und Lösen nun fast alle Spielsituation erfolgreich. Jeder einzelne ist jetzt ein besserer Fußballer geworden, der Dribbeltricks gekonnt einsetzen kann.
Trotz aller Sicherheit am Ball gehen noch viele Spiele verloren, die wir mit anderer Philosophie mit hoher Wahrscheinlichkeit gewonnen hätten.
Aber ganz einfach gesagt: Angreifen mit Ball ist viel schwieriger als verteidigen ohne Ball.
Als Trainer ist es unheimlich schwer der Kritik und der Unzufriedenheit standzuhalten.
Jedes Wochenende ist ein Kampf gegen den Ehrgeiz und die kurzfristige Sicht der Dinge.
Aber der Kampf ist es Wert wenn man aus den Jungs richtig gute Fußballer gemacht hat, die an sich und ihre erlernten Dribbeltricks glauben.

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